Kinder brauchen sichere Schulradwege. © ADFC Dresden

Sichere Radwege zum Schulstart

Wie kommt mein Kind sicher zur Schule? Der ADFC Baden-Württemberg ruft Eltern dazu auf, das Auto stehen zu lassen und ihre Kinder zu ermutigen, mit dem Fahrrad zu fahren. Doch dafür braucht es ein sicheres und durchgehendes Schulradwege-Netz.

Viele Eltern haben große Bedenken, ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen. Nicht ganz unbegründet: Die Infrastruktur für Radfahrer*innen ist in Baden-Württemberg leider oft alles andere als kindgerecht. Unüber-sichtliche Kreuzungen, schmale oder fehlende Radwege und lange Wartezeiten an der Ampel machen Schulwege in vielen Städten zum Spießrutenlauf. Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2018 sagten 74 Prozent der Befragten, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein fahren lassen könne. In den Großstädten sind es sogar 85 Prozent. Laut Statistik des Bundesverkehrs-ministeriums werden mittlerweile 43 Prozent der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Immer weniger Kinder können sicher Rad fahren.

Kindertaugliche Straßen fürs Land!

„Das muss sich ändern“, sagt Kathleen Lumma vom ADFC Baden-Württemberg. Kinder sollen sich angstfrei, sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können. Und Eltern sollten ihre Kinder dabei unterstützen, den Schulweg mit dem Rad zurückzulegen – statt sie mit dem Auto zu fahren. Die Vorteile des Radfahrens liegen auf der Hand: „Es macht Spaß, ist gesund und fördert Koordination und Konzentration“, so die Landesgeschäftsführerin. Doch ohne eine entsprechende und sichere Radinfrastruktur steigen nicht mehr Kinder aufs Rad. Der ADFC unterstützt deswegen die Forderungen des Aktionsbündnisses Kidical Mass nach sicheren und durchgängigen Schulradwegenetzen und Tempo 30 innerorts. Bürgermeister*innen und Verkehrspolitiker*innen sollen die Bedürfnisse der nächsten Generation im Verkehr endlich ernst nehmen. „Wir brauchen kindertaugliche Straßen im ganzen Land!“, fordert Lumma.

Gemeinsam üben

Der ADFC rät Eltern, mit ihren Kindern einen einfachen und sicheren Schulweg per Rad zu suchen, gefährliche Stellen zu identifizieren und zu besprechen, wie man mit ihnen umgeht. „Es ist wichtig, dass man die Wege gemeinsam mit den Kindern übt und sie anfangs auf dem Schulweg begleitet“, sagt Lumma. Generell gelte es, die Kinder zu begleiten bis sie sicher sind. Radfahr-Gemeinschaften können ihnen zu mehr Selbstsicherheit verhelfen. Viele Schulen in Baden-Württemberg haben mit der Unterstützung des ADFC außerdem sogenannte Radschulwegpläne entwickelt, in denen die sichersten Wege eingezeichnet sind. Daher lohne es sich, zunächst bei der jeweiligen Schule nachzufragen, ob es solche Pläne gibt. Ein Schulkind soll lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen und Gefahren richtig einzuschätzen. „Eine gute Stadt ist eine, in der Kinder fröhlich zur Schule radeln oder laufen – und Eltern das mit gutem Gefühl fördern", so Lumma.Von der besseren Luft- und Lebensqualität einer echten Fahrradstadt profitierten außerdem alle Menschen.

Der ADFC unterstützt das bundesweite Kidical Mass Aktionswochenende am 19.+ 20. September 2020:
https://kinderaufsrad.org/

https://bw.adfc.de/pressemitteilung/sichere-radwege-zum-schulstart

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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