Die ADFC-Radreiseanalyse 2016

Die ADFC-Radreiseanalyse 2016 © ADFC

Die ADFC-Radreiseanalyse 2016

 

Beliebtester Radfernweg in Deutschland ist zum zwölften Mal in Folge der Elberadweg. Dahinter platzieren sich mit deutlichem Abstand der Weser-Radweg und der RuhrtalRadweg. Der Donauradweg wurde auf Rang 4 gewählt.

 

Neu unter den Top Ten ist der Bodensee-Radweg.

Reisevolumen

  • Reisen: In den letzten drei Jahren (2013-2015) haben insgesamt rund 8 % oder 6 Mio. der Deutschen (ab 18 Jahren) mindestens eine Radreise unternommen. Mit „Radreise“ ist ein Urlaub mit mindestens drei Übernachtungen gemeint, bei dem das Radfahren eines der Hauptmotive war. (Gesamtbevölkerung: Stat. Bundesamt)
  • Radreisen um 11 % gestiegen: Allein 2015 haben ca. 6,6 % oder 4,5 Mio. der Deutschen (ab 18 Jahren) eine Radreise mit mindestens drei Übernachtungen unternommen (2014: 5,8 % oder 4 Mio.). Von diesen 4,5 Mio. Deutschen haben 71 % eine Radreise und 29 % mehrere Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen gemacht.
  • Fahrradtourismus stärkt Deutschlandtourismus: Für 2016 planen 85 % der Radreisenden eine oder mehrere Radreisen. 82 % von ihnen wollen Reisen innerhalb Deutschlands durchführen, 41 % im europäischen Ausland und 3 % in Übersee.

Reiseverhalten

  • Reiseformen: Radreisen sind vor allem Individualreisen. 83 % der Radreisenden organisieren ihre Reise selbst. Etwa 9 % buchen eine vollständig von einem Veranstalter organisierte Reise, ca. 8 % greifen auf Teilleistungen eines Reiseveranstalters zurück.
  • Bevorzugte Reiseform mit 70 % sind Streckentouren mit wechselnden Unterkünften. Etwa 28 % erkunden von einem festen Quartier aus die Region mit dem Rad in sogenannten Sternfahrten.
  • Reisebegleiter: Radreisen werden vor allem mit dem Partner (55 %) oder mit Freunden/Bekannten (35 %) unternommen. Mit rund 17 % ist der Anteil von Alleinreisenden hoch. Bei 11 % der Reisen sind Kinder oder Jugendliche mit dabei.
  • An- und Abreise: Der Fahrradtourismus ist eine der umweltverträglichsten Reiseformen. Rund ein Drittel der Radreisenden nutzt die Bahn für An- und Abreise. Der Pkw-Anteil liegt bei 40 %. Nur 5 % der Radreisen beginnen im Flugzeug und 2 % in einem Fernbus. 18 % der Radreisenden starten direkt mit dem Fahrrad von Zuhause aus

Beliebteste Radfernwege und Radregionen

  • Beliebtester Radfernweg in Deutschland ist zum zwölften Mal in Folge der Elberadweg. Dahinter platzieren sich mit deutlichem Abstand der Weser-Radweg und der RuhrtalRadweg. Der Donauradweg wurde auf Rang 4 gewählt. Sehr eng zusammen liegen die weiteren Top Ten-Platzierten Ostseeküsten Radweg, Rheinradweg, Mosel-Radweg, MainRadweg und der Bodensee-Radweg, der es nach 2014 erneut unter die Top Ten geschafft hat. Der EmsRadweg schließt die Top Ten der beliebtesten Radfernwege ab.
  • Beliebteste deutsche Radreiseregion ist zum fünften Mal Bayern in Folge, auf Platz 2 liegt das Münsterland. Danach folgen Ostsee, die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Brandenburg und die Region Bodensee. Mecklenburg-Vorpommern liegt gleichauf mit dem Ruhrgebiet, das neu unter die Top Ten der beliebtesten Radreiseregionen gewählt wurde. Das Emsland und neu in den Top Ten Schleswig-Holstein sowie Norddeutschland folgen auf den weiteren Plätzen.
  • Beliebtester Radfernweg im Ausland ist mit deutlichem Vorsprung der Donauradweg. Es folgen die Via Claudia Augusta, der Etsch-Radweg und der Nordseeküstenradweg. Neu in den Top Ten sind Vennbahn-Radweg (Platz 5), Elberadweg, Loire-Radweg, Drauradweg, Alpe Adria Radweg und die Route Eurovelo 6, die den Atlantik mit dem Schwarzen Meer verbindet.
  • Die beliebtesten ausländischen Radreiseregionen und -länder sind unverändert die Niederlande, Österreich und Südtirol. Die weiteren Plätze belegen Frankreich, Italien und die Alpen. Tirol und die Donau sind neu in den Top Ten.
  • Für die Saison 2016 sind in Deutschland vor allem Radreisen entlang des Ostseeküsten Radwegs geplant, gefolgt von Reisen am Bodensee-Radweg, Rheinradweg und Elberadweg. Als ausländische Reiseziele werden vor allem Österreich, Italien und Frankreich angegeben. Fernreisen spielen kaum eine Rolle.

ADFC und Fahrradtourismus

  • „Deutschland per Rad entdecken“ bleibt die erfolgreichste Marketingkampagne im deutschen Fahrradtourismus und liefert Inspiration für die nächste Radreise. Die Kombination von Broschüre, Internetplattform und E-Paper auf www.adfc.de/reisenplus informiert über 65 Radfernwege und Radregionen sowie 100 weitere Routen in Übersichten. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) wirbt im Ausland für das Radreiseland Deutschland auf www.germany.travel.
  • Bett+Bike: Seit 1995 zertifiziert der ADFC fahrradfreundliche Gastbetriebe mit dem Siegel Bett+Bike. Inzwischen setzen 5.500 Gastbetriebe in Deutschland auf Radtouristen. Das ADFC-Netzwerk Bett+Bike ist die erfolgreichste Marketingkooperation für Gastbetriebe im deutschen Radtourismus. Das Label haben insgesamt 500 Gastbetriebe in Belgien, Dänemark, Luxemburg und Österreich übernommen. Weitere europäische Länder sind interessiert. Alle Gastbetriebe auf der neuen Bett+Bike-App, auf der neuen Bett+Bike-Übersichtskarte und auf www.bettundbike.de.
  • ADFC-Qualitätsradrouten und -RadReiseRegionen: Seit elf Jahren vergibt der ADFC Qualitätsauszeichnungen für Radfernwege und seit 2013 auch für radtouristische Regionen. Aktuell schmücken sich 34 Radfernwege und fünf Radregionen mit drei bis fünf Sternen (Laufzeit drei Jahre). Von den insgesamt 11.000 ausgezeichneten Kilometern liegen mehr als 2.500 km im europäischen Ausland (Belgien, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Ungarn).

 

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https://bw.adfc.de/artikel/die-adfc-radreiseanalyse-2016-2

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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