Taten statt nur Worte: ADFC fordert Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Mit der landesweiten Kampagne „Das Rad kommt – mit Sicherheit!“ rückt der ADFC Baden-Württemberg 2022 das Thema Verkehrssicherheit in den Fokus.

Mit seiner Kampagne „Das Rad kommt – mit Sicherheit!“ richtete der ADFC Baden-Württemberg 2022 einen Appell an Politik und Verwaltung, in Sachen sichere Radverkehrsinfrastruktur endlich in die Gänge zu kommen. Passiert ist nicht viel – dabei kann der fahrradfreundliche Umbau von Straßen oftmals unkompliziert gelingen, wie das Projekt „InnoRADQuick“ zeigt.

Die Brisanz wird bei einem Blick auf die Unfallstatistik klar: „Insgesamt nehmen die Unfallzahlen seit Jahren ab, nur beim Radverkehr steigen sie zuletzt sogar an – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 sogar um 22 Prozent“, sagt Benedikt Glitz, Referent für Mobilität und Verkehr beim ADFC.

Worte allein reichen nicht

Die ADFC-Kampagne thematisiert drei zentrale Aspekte für mehr Radverkehrssicherheit: weniger Tempo, kein Falschparken und mehr Überholabstand. Ergänzt werden die Kampagnenschwerpunkte von sechs konkreten Forderungen, die sich an Politik und Verwaltung richten. Zwar bekennt sich die Landesregierung im Koalitionsvertrag zur Vision Zero, also keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr, und strebt mit einem landesweiten Verkehrssicherheitspakt an, 60 Prozent weniger Verkehrstote im Jahr 2030 gegenüber 2010 zu erreichen. Geschehen ist allerdings noch nicht viel: „Zum angekündigten Verkehrssicherheitspakt der Koalition gibt es noch keinen Entwurf. Es reicht nicht, die Vision Zero als Ziel auszugeben und gleichzeitig erst auf konkrete Unfallereignisse zu warten, um beispielsweise Abstandskontrollen durchzuführen“, so Glitz. Die steigenden Unfallzahlen im Radverkehr sollten mehr als ein deutliches Zeichen sein, die Gefährdung von Radfahrer*innen durch Falschparker, Tempoüberschreitungen und engen Überholmanövern ernst zu nehmen und Einhalt zu gebieten: „Wir fordern die Polizei auf, jetzt Kontrollmaßnahmen zu ergreifen!“

Erfolge durch unbürokratische Schnellbaumaßnahmen

Darüber hinaus fordert der ADFC die Kommunen im Land auf, auch schnell für bauliche Verbesserungen zu sorgen, damit der Radverkehr sicher rollt. „Die nächsten Jahre sind für Klimaschutz und Verkehrswende entscheidend“, so Glitz. Um die Transformation im Verkehrsbereich zu schaffen, müsse häufiger das Fahrrad auf Strecken zum Einsatz kommen, die heute noch mit dem Auto zurückgelegt werden. Das ADFC-Projekt InnoRADQuick zeigt, wie Radverkehrsinfrastruktur schnell umgesetzt werden kann. Dabei wurden innovative Maßnahmen verschiedener Städte angeschaut, die in kurzer Zeit viel für den Radverkehr erreicht haben. Berlin, die niederländische Stadt Utrecht, das spanische Sevilla oder US-amerikanische Städte wie Houston oder Memphis feiern mit ihren unbürokratischen Schnellbaumaßnahmen Erfolge. „Dabei wird deutlich, dass Strategie, Mut und Durchhaltewillen nötig sind, um grundlegende Veränderungen durchzusetzen“, so Glitz. Es sei jetzt an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Vision Zero nicht mehr nur eine Zielgröße bleibt.

Hinweis für Redaktionen: Die Aufzeichnung des ADFC-Symposiums „Mit Schnellausbau zum Fahrradland 2030“ gibt es auf dem ADFC-Youtube-Kanal.

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