SüdForum 2021: Treffen in der digitalen ADFC-Welt

 

Das SüdForum, zu dem die Landesverbände Baden-Württemberg und Bayern Ende November in eine eigens konzipierte virtuelle ADFC-Welt eingeladen hatten, war ein voller Erfolg.

 

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Südforum 2021 in der virtuellen ADFC-Welt © ADFC Baden-Württemberg

Vorträgen lauschen, an Workshops und Netzwerkstreffen teilnehmen, sich kennenlernen und austauschen, ohne sich wirklich zu begegnen? Dass das geht, zeigte das diesjährige ADFC-SüdForum. „Es ist ein bisschen wie im echten Leben auch“, bringt es Lisa Baumgartl vom Orga-Team auf den Punkt. Sie lotste die vielen kleinen bunten Avatare am Veranstaltungsbeginn über die autofreien Straßen der digitalen ADFC-Welt geduldig ins sogenannte „Velodrom“.

Hier begrüßten die Landesvorsitzenden Bernadette Felsch und Gudrun Zühlke sowie die frisch gewählte ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters die rund hundert Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Es ist ein virtuelles Experiment“, sagte Bernadette Felsch, die voller Vorfreude auf die zweitägige Veranstaltung blickte. Rebecca Peters betonte: „Wir müssen jetzt unsere Kräfte bündeln, uns gemeinsam für die Verkehrswende mit dem Rad im Mittelpunkt einsetzen und Deutschland zum Fahrradland machen!“

 

Als Fahrradland im Kleinen konnte man das SüdForum durchaus bezeichnen: Nach der Begrüßung und zwei Impulsvorträgen von der ADFC-Bundesgeschäftsführerin Ann-Kathrin Schneider und Tobias Holle von Fridays for Future ging es für die Teilnehmer*innen in die virtuelle „Themenwerkstatt“, wo Freitag und Samstag jeweils zehn verschiedene Workshops zu den Schwerpunkten „Wir sind die Radverkehrs-Lobby“, „Impulse für den ADFC vor Ort“ und „Aktionen und Außenwirkungen“ stattfinden. Wie im wirklichen Leben auch, nahm man in einzelnen Räumen Platz. Wer etwas beitragen wollte, meldete sich einfach per (virtuellem) Handzeichen.

Impulse und Aktionen

Michael Dutschke vom Förderverein für klima- und umweltverträgliche Mobilität Kuumo e.V. rief in seinem Workshop „Argumentationshilfen für die Verkehrswende“ etwa zu mehr Mut zur Veränderung auf, während Michael Fröhlich vom ADFC Rhein-Neckar in einem anderen Workshop Beispiele zeigte, wie man Jugendliche für den Fahrrad-Club erreichen und begeistern kann. Rege Diskussionen gab es im Workshop „Neue Formen des Aktivismus“ von Katja Leyendecker vom ADFC Berlin, in dem es darum ging, mit welchen Aktionen man in der Öffentlichkeit auf die notwendige Verkehrswende aufmerksam machen und damit mehr Menschen erreichen kann. Roland Schmitt vom ADFC Böblingen/Sindelfingen gab wertvolle Tipps zum Thema Lastenradverleih und Benedikt Glitz vom Landesverband Baden-Württemberg lieferte in seinem Workshop gute Impulse, wie man Menschen für die ADFC-Arbeit gewinnt.

Austausch und Netzwerken

Im „Themenbasar“ drehte sich nach den Workshops bei den Netzwerktreffen am virtuellen Kaminfeuer alles rund um den ungezwungenen Austausch zu verschiedenen Themen. Beim Frauennetzwerktreffen, bei dem Teilnehmerinnen aus zahlreichen Landesverbänden dabei waren,  wurden etwa die Bedürfnisse von Frauen im Straßenverkehr diskutiert, während es beim Aktions-Netzwerk darum ging, wie man die Verkehrswende gemeinsam schaffen kann und warum friedlicher ziviler Ungehorsam beim Thema Mobilität oft hilfreich ist.
Während die Organisatoren regelmäßig zur Bildschirmpause aufriefen, verbrachten viele Teilnehmer*innen ihr Päuschen auch gerne in Private Spaces, wie der Toilette, oder natürlich an der Bar zum entspannten Plausch. In gemütlichen Kaminzimmern traf man sich zum Expertentalk.

Auf einen Plausch mit den Vorständen

Das „Fahrradcafé“ machte seinem Namen alle Ehre: Überall quasselte es, man tauschte sich zu allerlei Themen wie Radschnellwege und ADFC-Arbeit vor Ort aus. „Es ist genial, man kann hier ganz einfach mit anderen ins Gespräch kommen“, sagte Katrin Voß-Lubert vom ADFC Ulm. In der Tat: Entweder sprach man die vorbeikommenden Avatare einfach an – oder suchte bestimmte Personen gezielt und ging auf sie zu. An ADFC-Infoständen konnte man sich für die nächste Radtour oder Radreise inspirieren lassen, in der Vereinslounge luden die ADFC-Vorstände auf der virtuellen Couch zum Plausch. Die baden-württembergische Landesvorsitzende Gudrun Zühlke bezeichnete die ADFC-Welt als deutlich kommunikativer als sämtliche Videokonferenz-Tools: „Es ist total spannend und einfach klasse!“.
Und auch Wolfgang Weinberg, mit dem man am Markator-Sponsorstand über Fahrrad-Codiergeräte fachsimpeln konnte, war begeistert: „Die Fachgespräche sind absolut vergleichbar mit denen an einem echten Stand“, sagte er. Obwohl er sich eigentlich nicht so viel in der virtuellen Welt bewege, fand er sich wunderbar zurecht und sagte lachend: „Es ist ein bisschen wie ein Computerspiel.“

Gemeinsam ist man stärker

Probleme beim Zurechtfinden hatten tatsächlich nur wenige Teilnehmer*innen – das digitale Format, das ohne technische Aussetzer auskam,  stieß bei allen auf Begeisterung. „Eigentlich ist es wie bei einem echten Treffen auch“, fasste es Tobias Willerding vom ADFC Stuttgart nochmals zusammen. Er kann sich die ADFC-Welt durchaus auch für andere Veranstaltungen vorstellen und ihm war bei SüdForum vor allem der Austausch mit anderen Fahrradbegeisterten und -aktiven wichtig.
Wie den meisten an diesen zwei gelungenen Tagen, an denen es nicht nur tolle Impulse und Inspirationen gab, sondern im Austausch auch Kräfte gebündelt wurden – um sich so weiterhin gemeinsam für die Verkehrswende mit dem Fahrrad im Mittelpunkt einzusetzen. Und gemeinsam ist man ja bekanntlich am stärksten!


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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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