Fahrradspaß gegen den Lagerkoller. © www.unsplash.com

Für die Nachbarschaft und gegen den Lagerkoller

 

Der ADFC Baden-Württemberg betont die Potenziale von E-Lastenrädern und erklärt, wie das Rad auch in den eigenen vier Wänden "rollen" kann.

 

Geschlossene Schulen und Kindergärten, Menschen in Quarantäne und Besuchsverbote in den Altenheimen: Die Einschränkungen im Alltag durch die Corona-Krise betreffen alle Menschen. Sie bewegt aber auch viele dazu, kreativ zu werden, sich zu engagieren und solidarische Hilfsangebote ins Leben zu rufen. Der ADFC Baden-Württemberg ermuntert Engagierte zur Mithilfe und betont: Dem Fahrrad kann dabei eine nicht unerhebliche Rolle zukommen.

Einkäufe mit Lastenrädern

„Vor allem Risikogruppen sind derzeit auf Nachbarschaftshilfe angewiesen“, sagt Kathleen Lumma vom ADFC Baden-Württemberg. Ob der Wocheneinkauf, der Gang zur Apotheke oder andere Botengänge ­– mit Lastenrädern können freiwillige Helfer Wege umweltfreundlich zurücklegen und bequem gleich mehrere Einkäufe auf einmal transportieren. „Lastenräder sind nicht mehr nur Mobilität der Zukunft, sie sind auch Lösung und Versorgungsmöglichkeit der Stunde“, so die Landesgeschäftsführerin. Sie empfiehlt Helfern, diese Alternative zu nutzen ­– in vielen Städten Baden-Württembergs gibt es Lastenradverleihe. So tut man nicht nur anderen, sondern auch sich selbst etwas Gutes: „Sich bewegen, frische Luft tanken – und den Lagerkoller, den jetzt schon viele haben, ein wenig überwinden.“ Bei aller Hilfsbereitschaft gilt es aber, den verantwortungsvollen Umgang und die Empfehlungen zur Hygiene nicht aus den Augen verlieren, um sich und andere vor Infektionen zu schützen.

Fahrradspaß für Zuhause

Lagerkoller kommt momentan auch bei einigen Familien auf, die viel Zeit mit ihren Kindern Zuhause verbringen ­– „Radtouren und Verabredungen mit Freunden fallen flach, die Beschäftigungsideen gehen vielen so langsam aus“, sagt Lisa Baumgartl vom ADFC.  Ein neues Web-Angebot des Landesverbandes zeigt, dass man auch in den eigenen vier Wänden „Fahrradspaß“ haben kann: Unter www.adfc-bw.de/veranstaltungen/ fahrradspass-fuer-zu-hause/ gibt es Spiele, Mal- und Bastelvorlagen, Rezeptideen, Buch- und Filmtipps, Comics und Lieder rund ums Rad. Kleine Fahrradfreunde erfahren, wie sie ihr Bike selbst verschönern oder fit für die Saison machen und welche Tricks sie mit dem Rad auch im eigenen Hinterhof üben können. Mitmachaktionen animieren Kids dazu, ihre schönsten Fahrraderlebnisse zu teilen und ihre ganz persönlichen Wünsche für eine kinder- und fahrradfreundliche Stadt an die Politik zu richten. „Kinder sollen sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in ihrer Stadt bewegen können – wir geben ihnen durch unsere Postkartenaktion eine Stimme und ermöglichen ihnen somit eine Teilhabe an politischen Entscheidungen“, erklärt Baumgartl.

Radfahren als resilientes Mobilitätsmittel

Der ADFC möchte darauf aufmerksam machen, dass der Radverkehr für ein krisensicheres Verkehrssystem von großer Bedeutung ist. „Das Fahrrad zeigt sich gerade in der Krise als ein resilientes Mobilitätsmittel und benötigt daher in Zukunft mehr Aufmerksamkeit“, sagt Lumma. „Wir brauchen wir gute Wege, eine sichere Infrastruktur und mehr Platz fürs Rad.“ Der Umstieg aufs Rad soll den Menschen erleichtert werden. Lumma verweist auf die kolumbianische Hauptstadt Bogotá, die momentan hunderte Kilometer Autospuren in temporäre Radspuren umwidmet und dadurch attraktive Räume  zum Radfahren schafft. In Berlin sind die städtischen Leihräder mehrfach am Tag 30 Minuten gratis nutzbar. „Solche Initiativen brauchen wir!“, ist sie sich sicher.

Weitere Infos:

www.adfc-bw.de/veranstaltungen/ fahrradspass-fuer-zu-hause/

www.radkultur-bw.de/die-initiative/lastenrad-verleih

www.lastenrad-stuttgart.de

www.dein-lastenrad.de

 

https://bw.adfc.de/pressemitteilung/fuer-die-nachbarschaft-und-gegen-den-lagerkoller

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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