Critical Mass Nürtingen © Stephan Gerdes

Critical Mass – hier wird das Fahrrad gefeiert!

 

Die Masse macht's: Mit gemeinsamen Radtouren durch Innenstädte macht die "Critical Mass" auf die Belange und Rechte von Radfahrenden gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam.

 

Critical – was? Critical Mass! Die Critical Mass (engl. für „kritische Masse“) ist eine weltweite Bewegung, bei der sich Radfahrer*innen in einer möglichst großen Gruppe treffen und durch Innenstädte radeln – um so auf den Radverkehr als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen. Die Aktion versteht sich als ein Gegenentwurf zu den tausenden Autos, die täglich über unsere Straßen rollen. Ein Grundanliegen der Critical Mass ist es, sicheren Verkehrsraum für Radfahrende zurückzugewinnen.

 

In Stuttgart wird die Critical Mass[1] als wichtiges Instrument zur Aufklärung verstanden: „Wir zeigen auf entspannte Weise, wie selbstverständlich auf allen Straßen Rad gefahren werden kann. Wir zeigen: Das ist überhaupt nicht gefährlich, solange der Autoverkehr sich in einem für alle verträglichen Rahmen bewegt. Dieser Rahmen allerdings, der wird in Zukunft deutlich enger zu stecken sein als bisher.“

Die Critical Mass gibt Radfahrenden die Gelegenheit, sich sicher im Verkehrsraum zu bewegen. Gerade im alltäglichen Stadtverkehr ist das leider oft nicht möglich, denn die Verkehrsflächen sind traditionell in erster Linie „autogerecht“ aufgeteilt: Zum Nulltarif kann an vielen Orten ein Auto geparkt werden, lärmende Durchgangsstraßen sind überall zu finden und Kreuzungen sind meistens für den Autoverkehr optimiert. Der Radverkehr ist aber auch Teil des Verkehrs und soll auch als solcher wahrgenommen und respektiert werden. Seit einigen Jahren entdecken immer mehr Menschen das Fahrrad als Verkehrsmittel für sich – sie wollen Rad fahren und tun das auch[2]. Leider zu oft auf Straßen ohne eine sichere Radverkehrsinfrastruktur. Plötzlich endende oder gar keine Radwege entlang von Hauptachsen und Engstellen sind nur einige Beispiele, die Radfahrenden ständig begegnen.

Die Critical Mass-Bewegung stellt außerdem die grundsätzliche Frage an die Stadt- und Verkehrsplanung, wie Menschen (gerade im urbanen Raum) in Zukunft unterwegs sein sollen. Das Fahrrad als umweltgerechtes und klimaneutrales Verkehrsmittel muss in den Planungen Vorfahrt bekommen. Ziel ist es, einen sicheren und lebenswerten öffentlichen Raum zu schaffen. Abgase, Lärm und der immense Flächenverbrauch – Dinge, die unweigerlich mit dem Autoverkehr einhergeht – gilt es zu minimieren.

 


[1]criticalmassstuttgart.wordpress.com/about/

[2]http://www.eco-public.com/ParcPublic/?id=607#

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https://bw.adfc.de/artikel/critical-mass

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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