Radmobilität bedeutet Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit für Kinder und Jugendliche. Sowohl auf dem Weg zur Schule, als auch in der Freizeit gilt: Aktive Radmobilität stärkt nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das psychische Wohlbefinden und die soziale Teilhabe. Deshalb setzen wir als ADFC Baden-Württemberg uns sowohl für sichere Schulradwege, als auch für eine umfangreiche Verkehrs- und Mobilitätsbildung ein. Unser Ziel ist es, den den Kindern die kognitiven und motorischen Grundlagen zu vermitteln, sie in die Regeln des Straßenverkehrs einzuführen und möglichst früh die Begeisterung für das Fahrradfahren zu wecken.
Was haben Grundschulkinder und Fußballprofis von Borussia Dortmund oder anderen Mannschaften gemeinsam? Beide trainieren ihre motorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit mit Life Kinetik®, einer von Diplomsportlehrer Horst Lutz entwickelten Methode, die die Leistung des Gehirns steigert. Während die Fußballer mit den Kognitions- und Wahrnehmungsübungen ihre Reaktion auf schnelle Spielsituationen trainieren, soll Life Kinetik® die Schulkinder dazu befähigen, sicher mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs zu sein.
Untersuchungen zeigen einen Rückgang motorischer und kognitiver Leistungsfähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen nach der Corona-Pandemie auf. Das Karlsruher Institut für Technologie berichtet im Rahmen der MoMo-Studie 2.0 über messbare Fitness- und Leistungsrückgänge bei 4- bis 17-Jährigen.[1]
Diese Entwicklungen treffen auf eine Verkehrsinfrastruktur, die zunehmend komplexer wird und primär für Erwachsene konzipiert ist. Initiativen wie der Schulwegecheck der Stuttgarter Nachrichten[2] oder der Kidical Mass Stuttgart[3] zeigen, dass auf den offiziell empfohlenen Schulwegen, alltäglich infrastrukturelle Gefährdungslagen für Kinder bestehen.
Das Wissen über die Straßenverkehrsordnung, das Üben von Fahrfähigkeiten auf dem Rad und die Vermittlung von regelgerechtem Verhalten im Straßenverkehr sind wichtige und lange bestehende Bausteine in der Verkehrserziehung an Schulen. Die Radspaß4Kids-Kurse füllen die Lücke zur Unfallprävention. Das Projekt trainiert die körperlichen Fähigkeiten der Kinder mit viel Freude, damit sie in realen Verkehrssituationen selbstständig und souverän gute Entscheidungen treffen können.
[1]www.ifss.kit.edu/MoMo/fuer_Medien_und_Experten_Presseberichte.php
Das Projekt Radspaß4Kids integriert die Methode von Horst Lutz (Life Kinetik®) mit den Themen von Fahrsicherheitstrainings für Radfahrende. Bei den Trainings üben die Kinder parallel, machen Fehler und steigern dadurch ihre kognitiven Fähigkeiten. Bei den Fahrtrainings werden sie spielerisch an die Anforderungen des Straßenverkehrs herangeführt und lernen, auf Unvorhergesehenes zu reagieren.
Die Radspaß4Kids powered by Life Kinetik®-Kurse verfolgen nicht nur das Ziel, Unfälle zu reduzieren. So sollen Kinder selbstständiger werden und Selbstwirksamkeit erfahren, ihre Mobilitätsbiografie soll positiv geprägt und ihre kognitive Leistungsfähigkeit gestärkt werden. Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, die Lebenswelt der Schulkinder sicherer zu gestalten.
Status Quo
In Baden-Württemberg erfolgt Verkehrserziehung u. a. durch die Radfahrausbildung der Polizei (an Jugendverkehrsschulen), Programme wie Movers – Aktiv zur Schule, Schulradeln-Initiativen, Schulwegebegehungen und Materialien von verschiedenen Seiten. Diese Maßnahmen sind wertvoll, folgen jedoch primär einer Logik des Warnens, Regelvermittelns und Prüfens.
Typische Trainingsformate dort sind Fahrradparcours mit klar definierten Aufgaben, Radchecks oder Toter-Winkel-Demonstrationen. Diese Übungen sind häufig vorhersagbar, einmalig durchgeführt, leistungsorientiert und fehlerzentriert. Kinder mit koordinativen Schwächen oder fehlender Fahrradpraxis können bei den Maßnahmen nur wenig profitieren, da die Interventionen zu kurz und die tatsächlichen Aktionen der einzelnen Kinder zu selten sind. Reine Instruktionen führen nicht automatisch zu situativer Wahrnehmungskompetenz!
Was Kinder brauchen
Um sicher und selbstbewusst im Straßenverkehr unterwegs zu sein, müssen Kinder in komplexen Verkehrssituationen:
Das erfordert trainierbare neurokognitive Grundlagen:
Life Kinetik® verbindet koordinative Bewegungen mit kognitiven Zusatzanforderungen und Wahrnehmungsaufgaben. Laut der Übersichtsarbeit von Boyanmış, Akın & Küçükkubaş (2025) im International Journal of Sport Exercise and Training Sciences führt Life Kinetik® zu:
MRT-Untersuchungen zeigen eine erhöhte Vernetzung zwischen Arealen für Planung/Handlungskontrolle und Arbeitsgedächtnis.
Life Kinetik® adressiert damit alle Funktionen, die für Verkehrssicherheit entscheidend sind.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 240.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.
weiterlesenRadfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?
weiterlesenWie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.
weiterlesenMenschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.
weiterlesenDas Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.
weiterlesenWir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.
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