Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Baden-Württemberg e. V.

Schulradweg © ADF April Agentur

Das Fahrrad lohnt sich: für Kinder und Jugendliche

Aktive Schulmobilität stärkt nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das psychische Wohlbefinden und die soziale Teilhabe.

Aktive Schulwege als Gesundheitsbooster

Immer mehr Kinder bewegen sich zu wenig und leiden infolgedessen frühzeitig an Adipositas und Diabetes. Viele Kinder und Jugendliche kämpfen zudem mit sozialen Schwierigkeiten und erreichen nicht die erwarteten schulischen Leistungen. Motorische und körperliche Fitness beeinflussen Schulerfolg und geistige Entwicklung maßgeblich. Wer Wege selbstständig zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt, fördert eine gesunde Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen – körperlich wie psychisch.
Für Kinder und Jugendliche empfiehlt die WHO täglich 60 Minuten körperliche Aktivität. Aktive Wege zur Schule oder zur Kita helfen dabei - unabhängig vom Vereins- oder Schulsport - regelmäßig körperlich aktiv zu sein. 

Trotzdem werden laut einer Studie 34 Prozent der Kinder bis zehn Jahre mit dem Auto zur Schule oder zur Kita gebracht – deutlich mehr als noch vor zwanzig Jahren (MiD 2023). 

Mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität

Kindern fehlt oft die körperliche Aktivität und damit auch die alltägliche Praxis, sich sicher und eigenständig im Straßenverkehr zu bewegen. Frühzeitig eigeninitiativ mobil zu sein und eigene Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln, stärkt die Selbstständigkeit und erhöht die individuelle Verkehrssicherheit langfristig. Wer schon als Kind Rad fährt, kennt später als Erwachsene*r die Regeln und nimmt das Fahrrad mit größerer Selbstverständlichkeit als Alltagsverkehrsmittel wahr. Zugleich werden auf dem Rad wichtige Kompetenzen zur räumlichen Orientierung geschult – eine Fähigkeit, die im Zeitalter digitaler Navigation zunehmend verloren geht. 

Mehr aktive Kinder bedeuten gleichzeitig weniger Elterntaxis und damit mehr Sicherheit rund um die Schulen und Kitas. Denn je weniger Autos auf unseren Straßen unterwegs sind, desto sicherer ist der Straßenverkehr für unsere Kinder. 

Selbstbestimmt unterwegs

Eigenständige Mobilität entlastet Eltern – besonders wenn beide berufstätig sind. Gleichzeitig zeigt sich: Kinder, aber auch viele ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen können sich in ihren Wohnorten kaum noch selbst versorgen, weil viele Kommunen vor allem im ländlichen Raum zu Durchfahrtsgemeinden werden und die örtliche Nahversorgung schwindet. 

Wer Rad fahren kann, ist mobil, unabhängig und aktiv, schon im Kindesalter. Gute Radwege ermöglichen eigenständige Mobilität und fördern Bewegung, Sicherheit und Selbstständigkeit. Außerdem ist das Fahrrad für viele das günstigste Verkehrsmittel und damit ein wichtiger Baustein fairer Mobilität. Radverkehrspolitik ist somit immer auch Sozialpolitik.

Investitionen in die nächste Generation

Wer heute in sichere, attraktive und barrierefreie Wege für Kinder investiert, stärkt ihre Zukunft: gesund, selbstständig und klimafreundlich. Neben pädagogischer Begleitung braucht es vor allem fehlerverzeihende, kindgerechte Infrastruktur.

Dazu gehören:

  • Schulstraßen wie in Ulm oder Emmendingen
  • Querungshilfen
  • Fahrradstraßen
  • verkehrsberuhigte Zonen

Solche Maßnahmen machen Schulwege sicherer, attraktiver und angstfreier. Kinder brauchen geschützte Räume, um Selbstständigkeit zu entwickeln. Sichere Infrastruktur ist die Grundlage dafür.

Um Kinder und Jugendliche zu stärken, muss die nächste Landesregierung: 

  • Maßnahmen gezielt fördern, die aktive Mobilität auf dem Schulweg schon in der Grundschule stärken – sowohl über sichere Infrastruktur als auch über Bildungs- und Motivationsangebote.
  • Radfahrtrainings sollten fester Bestandteil des schulischen Tagesablaufs sein, etwa integriert in Ganztagsangebote.
  • Radschulwegpläne müssen verpflichtend auch für Grundschulen eingeführt und die Beseitigung konkreter Gefahrenstellen finanziell unterstützt werden.
  • Kommunen benötigen klare Anreize, um sichere Schulwege flächendeckend umzusetzen.
  • Theoretische und praktische Verkehrserziehung sollte verbindlicher Teil des Lehrplans sein. 

Quellen: siehe Positionspapier (in der blauen Infobox als PDF zum Download)

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