
Argumente gegen Fahrradhass: Radfahrende verstoßen öfter gegen Verkehrsregeln?
Stimmt nicht: Radfahrer*innen sind nicht weniger gesetzestreu als Autofahrer*innen.
Falschparken, Handy am Steuer oder überhöhte Geschwindigkeit auf vier Rädern wird oft als “normal” hingenommen und ist weniger sichtbar als auf einem Fahrrad. Die häufigsten Gesetzesbrüche von Radfahrenden (wie Fahren auf dem Gehweg oder auf einem Fußüberweg) werden übrigens oft dann begangen werden, wenn die Fahrradinfrastruktur unzureichend ist.
Es gibt Radfahrende, die ohne Rücksicht auf Verkehrsregeln schnell ans Ziel kommen wollen und andere gefährden. Das Vorurteil, Menschen auf dem Rad würden sich pauschal weniger an Verkehrsregeln halten, ist allerdings falsch. Es gibt Verkehrsbeobachtungen und auch Stichproben der Polizei, die zeigen, dass Radfahrende nicht häufiger die Verkehrsregeln missachten als Autofahrende.
Viele Vergehen von Autofahrenden sieht man nicht auf den ersten Blick: Zu hohe Geschwindigkeit, Handy am Steuer oder noch schnell bei Rot über die Ampel fahren - das wird mit dem Auto oft als normal hingenommen. Illegal geparkte Autos auf dem Gehweg oder an Bushaltstellen nehmen viele Menschen oft gar nicht als Verkehrsdelikt wahr. Dabei schränken diese den ÖPNV-Verkehr ein und gefährden besonders Menschen mit Rollatoren, Rollstuhlnutzende, Kinder und Radfahrende im Allgemeinen.
Hard Facts für alle, die es genauer wissen wollen:
Das Ergebnis einer kleinen Studie im Auftrag der dänischen Regierung zeigte: Nur 5 Prozent der Radfahrenden verletzten bei der Beobachtung an einer Kreuzung die Verkehrsregeln (Danish Road Directorat 2021). Bei einer Umfrage in Deutschland gaben zwei von drei befragten Autofahrer*innen zu, dass sie regelmäßig gegen die StVO verstoßen, zum Beispiel bei der Geschwindigkeit (63%) oder beim Blinken (46%). Die meisten Verkehrsdelikte bei Radfahrenden sind die illegale Nutzung von Fußwegen. Das macht auch deutlich: Eine fahrradfreundliche Infrastruktur und eine Verkehrskultur, die den Radverkehr als gleichberechtigt anerkennt, macht Regelverletzungen durch Radfahrende weniger interessant oder nötig. Denn eine gute Radinfrastruktur wird gerne von Radfahrenden genutzt.
Fazit: Viele Menschen verletzen Verkehrsregeln – unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels. Radfahrende sind im Durchschnitt jedoch nicht krimineller unterwegs und das Gefährdungspotenzial von Autos ist gleichzeitig höher als das von Radfahrenden.
Hard facts für alle, die es genauer wissen wollen:
Das Ergebnis einer kleinen Studie im Auftrag der dänischen Regierung zeigte: Nur 5 Prozent der Radfahrenden verletzten bei der Beobachtung an einer Kreuzung die Verkehrsregeln (Danish Road Directorat 2021). Bei einer Umfrage in Deutschland gaben zwei von drei befragten Autofahrer*innen zu, dass sie regelmäßig gegen die StVO verstoßen, zum Beispiel bei der Geschwindigkeit (63%) oder beim Blinken (46%).
Die meisten Verkehrsdelikte bei Radfahrenden sind die illegale Nutzung von Fußwegen. Das macht auch deutlich: Eine fahrradfreundliche Infrastruktur und eine Verkehrskultur, die den Radverkehr als gleichberechtigt anerkennt, macht Regelverletzungen durch Radfahrende weniger interessant oder nötig.
Fazit: Viele Menschen verletzen Verkehrsregeln – unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels. Radfahrende sind im Durchschnitt jedoch nicht “krimineller” unterwegs und das Gefährdungspotenzial von Autos ist gleichzeitig höher als das von Radfahrenden.
Quellen:
Verkehrsverstöße: Umfrage zeigt, welche Regeln deutsche Autofahrer missachten – und warum, URL: https://www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/studien-umfragen/verkehrsverstoesse/
Danish Road Directorate 2021: Cyclist behaviour in signalized intersections, URL:https://www.vejdirektoratet.dk/api/drupal/sites/default/files/2021-04/Cyklisters_adf%C3%A6rd_eng_WCAG.pdf
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