Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Baden-Württemberg e. V.

Fahrraddiebe mit Schlössern abschrecken

Die Faustregel lautet: Drei Minuten muss ein Fahrradschloss gewaltsamen Aufbruchsversuchen standhalten. Dauert es länger, bekommen meist auch professionelle Fahrraddiebe Angst, erwischt zu werden.

Welche Eigenschaften sollte ein Fahrradschloss haben, um Diebe wirkungsvoll abzuschrecken? Grundvoraussetzung dafür, dass sich ein Fahrraddieb überhaupt länger mit dem Öffnen eines Schlosses beschäftigen muss, ist ein angeschlossenes Rad, das nicht einfach weggetragen werden kann. Wichtig ist daher, einige Tipps beim Abschließen des Fahrrads zu beachten, die der ADFC für Sie als Download zur Verfügung gestellt hat.

Qualität ist entscheidend

Entscheidend bleibt aber die Qualität des Schlosses, mit dem das Fahrrad gesichert wird. Schlösser mit Spiralkabeln, dünnen Drähten oder Ketten kosten zwar wenig, lassen sich aber schnell aufsägen oder mit dem Seitenschneider aufknipsen.

Mehr Schutz bieten Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser. Ein Fahrradschloss ist aber nur so gut wie seine schwächste Stelle, auch da muss die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper stimmen.

Dass man ein Fahrradschloss mit Eisspray und Hammer aufbrechen kann, gehört der Vergangenheit an. Auch der Stahl von günstigen Bügelschlössern bietet heute eine so gute Qualität, dass er eine ausreichende Kerbschlagzähigkeit mitbringt. Zudem braucht es Zeit, einen Stahlbügel komplett zu vereisen.

Masse und Zylinder

Auch Masse zählt: Je größer der Durchmesser des Bügels, desto stabiler ist er – deshalb wiegen hochwertige Schlösser meist mehr als ein Kilogramm. Die beste Stahlqualität nutzt aber wenig, wenn sich der Schließzylinder leicht überwinden lässt.
Drehscheibenzylinder bieten einen recht hohen Schutz. Anstelle von sonst üblichen Stiften muss der Schlüssel hier die Scheiben im Zylinder in die richtige Stellung bringen. Lockpicking, also das intelligente Schlossöffnen, ist hier schwierig, weil die Scheiben eng hintereinanderliegen. Zudem braucht man zur manipulativen Öffnung ein kompliziertes Werkzeug, das obendrein immer nur für einen Schlosstyp eines Herstellers passt.

 

Gehärteter Stahl

Hinter der Plastikverkleidung des Schlosskörpers sollte der Stahl ebenso gehärtet sein wie Bügel, Kette oder Faltglieder und auch Kältesprayattacken aushalten. Bei einem viereckigen Bügel, der in einem viereckigen Schlosskörper steckt, müsste der Bügel an zwei Stellen aufgetrennt werden, weil sich die eckigen Bügel im Schlosskörper kaum drehen können. Die eckige Form erschwert auch den Einsatz von Bolzenschneidern.

Investieren in zwei Schlösser

Der ADFC empfiehlt, in hochwertige Schlösser zu investieren. Gute Bügelschlösser mit Drehscheibenzylinder sind ab etwa 50 Euro erhältlich und halten viele Jahre. Aber auch günstigere Modelle können gut sein – hier lohnt beispielsweise ein Blick auf die Tests der Stiftung Warentest.

Da sich Fahrraddiebe oft auf eine Bauart spezialisieren, sollte man sein Fahrrad noch mit einem zweiten Schlosstyp an- und abschließen. Auch so verhagelt man Dieben die Aufbruchsstimmung.

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https://bw.adfc.de/artikel/fahrraddiebe-mit-schloessern-abschrecken-6

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