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"Mit Abstand sicher": 5 gute Gründe

 

Zu enges Überholen von Radfahrenden passiert viel zu oft und ist gefährlich. Zum besseren Schutz von Radlern macht die ADFC-Kampagne "Mit Abstand sicher" auf die in der StVO verankerten Rechtsvorschriften zum Überholabstand aufmerksam.

 

1. Aktuelle Situation: Häufig wird zu eng überholt

Beim Projekt Radmesser wurden in Berlin 10.000 Überholabstände gemessen. Dabei kam heraus, dass bei über der Hälfte der Überholvorgänge kein sicherer Überholabstand eingehalten wurde. Der Berliner Tagesspiegel hat die Ergebnisse hier anschaulich visualisiert.

Auch in Stuttgart sehen Radfahrende Handlungsbedarf: Beim Projekt Kesselbox der Stuttgarter Zeitung meldeten sich in kurzer Zeit fast 200 Menschen, die die mangelnde Sicherheit auf Stuttgarts Straßen messen wollen.

Mit dem Projekt OpenBikeSensor werden nun Überholabstände in kleineren und größeren lokalen Projekten gemessen und analysiert. Auch hier deuten die bisherigen Messungen darauf hin, dass viel zu oft zu eng überholt wird.

2. Überholabstände sind seit 2020 in der StVO festgeschrieben

Mit der Novelle der StVO vom 8. April 2020 sollen Verbesserungen für den Radverkehr erreicht und das Radfahren sicherer gemacht werden. Kfz-Fahrer*innen müssen einen festgeschriebenen Mindest­überholabstand von 1,5 Metern innerorts und zwei Metern außerorts beim Überholen von Radfahrenden einhalten.

Zuvor gab es nur gerichtlich festgelegte Abstände. Damit hat die Gesetzgebung die langjährige Forderung des ADFC nach festgeschriebenen Mindestüberholabständen aufgegriffen.

Polizei und Ordnungsämter sind verpflichtet, die Straßenverkehrsordnung durchzusetzen.

3. Viele Menschen am Steuer kennen die Regeln der Überholabstände nicht

Die aktuellen Regelungen müssen bekannt gemacht und durchgesetzt werden. Viele Autofahrende haben vor 30, 40 oder gar über 50 Jahren den Führerschein erworben und sich seither nur unzureichend über Neuerungen in der StVO informiert.

Daher muss aufklärt und kontrolliert werden. Die ADFC-Kampagne "Mit Abstand sicher" wendet sich direkt an Autofahrende in Baden-Württemberg. Einzelne Städte wie die Landeshauptstadt  Stuttgart haben mittlerweile auch eigene Aufklärungskampagnen gestartet.

Begleitend muss die Regelung systematisch von der Polizei thematisiert, kontrolliert und sanktioniert werden. Bisher wurde die Gefährdung von Radfahrenden durch zu enges Überholen von Kfz-Fahrenden praktisch nicht kontrolliert geschweige denn geahndet.

Wie der Überholabstand gemessen werden kann, lesen Sie hier: Auf Artikel zu den Polizeiaktionen verweisen. Radmesser und OBS können zwar messen, haben aber keinen Bestand vor Gericht.

4. Ergebnisse aus dem ADFC-Fahrradklima-Test 2020

Gefährliche und für Radfahrende bedrohliche Situationen führen dazu, dass Radfahrende sich nicht sicher fühlen. Potenzielle Umsteiger*innen steigen erst gar nicht auf das Fahrrad.

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 wurden die Teilnehmenden um eine Einschätzung zur Bedeutung von 21 verschiedenen Aspekte zum Radverkehr in ihrer Stadt gefragt. Die Ergebnisse dienen der Ermittlung von möglichen Handlungsschwerpunkten: Was wird aus der subjektiven Sicht Radfahrender als besonders wichtig angesehen?

Höchste Zustimmung erfuhren das Sicherheitsgefühl und die Konfliktfreiheit zwischen Rad- und Autoverkehr – was durch zu enges Überholen allerdings konterkariert wird.

5. Bürger*innen wollen mehr sicheren Radverkehr

Eine Mehrheit der Bürger*innen in Baden-Württemberg will mehr Sicherheit auf den Straßen im Land und wünscht sich einen höheren Radverkehrsanteil. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zu verkehrspolitischen Einstellungen.

  • Für 88 % der Befragten hat eine gute Verkehrspolitik das Ziel, dass Städte und Dörfer fahrradfreundlicher werden.
  • 84 % der Befragten sagen, dass die Ordnungsbehörden konsequenter gegen das Parken auf Gehwegen und an Kreuzungen für freie Sichtachsen vorgehen sollten.
  • 78 % der Befragten würden verfügbare Mittel am ehesten in den Umweltverbund investieren.

 

Der ADFC macht mit der Kampagne "Mit Abstand sicher“ einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Sicherheit für Radfahrende. Außerdem ist eine Kombination aus Information zur Straßenverkehrsordnung und Kontrollen zum Schutz von Radfahrenden erforderlich, um mehr Menschen die Wahl für ein umweltfreundliches Verkehrsmittel zu erleichtern. Politik, Verwaltung und Polizei sind jetzt gefragt, für sichere Überholabstände von Radfahrerinnen und Radfahrern zu sorgen.

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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