Eine fachkundige Kaufberatung kann bei der Entscheidung helfen

Eine fachkundige Kaufberatung kann bei der Entscheidung helfen © pd-f | Kay-Tkatzik

Fahrräder bewerten

 

Fahrräder brauchen eine sinnvolle Ausstattung, damit sie im Alltag praktisch sind. Das ADFC-Mitgliedermagazin Radwelt stellt seine Bewertungskriterien vor, mit denen sich die Alltagstauglichkeit von Trekking- und Cityräder vergleichen lässt.

 

Die Bewertung nach Alltagstauglichkeit der Radwelt-Redaktion ist eine Entscheidungshilfe beim Fahrradkauf – neben der Probefahrt, einer Beratung im Fachhandel und persönlichen Vorlieben wie Optik oder Rahmenform.

Die Fahrräder werden nach ihrer alltagsgerechten Ausstattung bewertet, dass soll Kaufinteressenten bei der Entscheidung helfen, ob ein Fahrrad zum gewünschten Einsatzzweck passt. Für eine alltagstaugliche Ausstattung gibt es Punkte, bei Mängeln werden welche abgezogen.

Ausstattung nach StVZO

Zu den Kriterien gehört eine Ausstattung nach Straßenverkehrszulassungs-Ordnung (StVZO) mit Licht und Reflektoren. Auch Gepäckträger oder Reifen mit hohem Pannenschutz werden sich im Alltag auf Dauer besser bewähren. Wichtig sind zuverlässige Bremsen ebenso ein stabiler Fahrradständer und Schutzbleche, die Schmutz und Wasser von Schuhen und Hosen fern halten.

Für vorhandene Komponenten wie den Gepäckträger gibt es grundsätzlich Punkte. Erfüllt der Gepäckträger bestimmte Kriterien, wie eine Traglast von mindestens 25 Kilogramm, erhält das Fahrrad weitere Punkte. Abzüge gibt es für Mängel, wie eine Ausstattung nicht nach StVZO oder Schnellspanner, die Sattel oder Laufräder vor Diebstahl nicht schützen.

Punkte als Orientierungshilfe

Die Kriterien und Punkte zur Bewertung der Alltagstauglichkeit sind eine Orientierungshilfe. Vor einem Fahrradkauf sind eine umfassende Beratung im Fachhandel und eine ausgiebige Probefahrt unerlässlich. Die Wertung lässt sich den eigenen Vorlieben anpassen – wer z. B. keinen Gepäckträger haben möchte, sollte ihn nicht mit berechnen.

Die Punktevergabe macht keine Aussage über die Dauerhaltbarkeit von Rahmen und einzelnen Komponenten.

 

Mit der Checkliste Räder bewerten
Mit der Checkliste Räder bewerten © ADFC | Dieter Schulz

Die Punktevergabe:

Ausstattung nach Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)

  • StVZO-konform*: 2 Punkte
  • kleine StVZO-Mängel (fehlende Klingel, Reflektoren; außer Licht): -1 Punkt Abzug
  • Zulässiges Gesamtgewicht (Gewicht von Fahrrad, Gepäck und Fahrer)
  • mindestens 120 Kilogramm: 4 Punkte
  • je 10 Kilogramm mehr (bis 140 Kilogramm): bis zu 2 Punkte
  • Extra: max. Gesamtgewicht mehr als 140 Kilogramm: 1 Punkt

Licht

  • vorhanden: 4 Punkte
  • nicht nach StVZO zugelassen: -1 Punkt Abzug 
  • LED-Scheinwerfer (Haltbarkeit): 1 Punkt
  • gute Ausleuchtung: 1 Punkt
  • sehr gute Ausleuchtung*: zusätzlich 1 Punkt
  • Nabendynamo: 1 Punkt
  • doppelte Kabelverlegung: 1 Punkt
  • Standlicht (Scheinwerfer und Rücklicht)*: 1 Punkt
  • Einschaltautomatik*: 1 Punkt
Auswahl beim Fahrradkauf
Ohne Vorbereitung kann die Auswahl im Fahrradladen überfordern © ADFC | Jens Lehmkühler

Gepäckträger

  • vorhanden: 4 Punkte
  • unter 20 Kilogramm maximale Zuladung: -1 Punkt Abzug
  • max. Zuladung mindestens 25 Kilogramm: 1 Punkt
  • mit tieferliegenden Streben für Fahrradtaschen: 1 Punkt
  • mit Rücklichtschutz: 1 Punkt

Reifen

  • mit Pannenschutz: 1 Punkt
  • mit hochwertigem Pannenschutz*: 1 Punkt
  • Reflexstreifen*: 1 Punkt 

Schnellspanner (kein Diebstahlschutz)

  • keine Schnellspanner: 1 Punkt
  • ein oder mehrere Schnellspanner: -1 Punkt (die Komponentendiebstahl erleichtern, z. B. an Sattelstütze)

Schutzbleche

  • vorhanden: 1 Punkt
  • tiefe Schutzbleche (vorne auf Tretlagerhöhe und tiefer): 1 Punkt
  • fehlender Seku-Clip bei Kunststoffschutzblechen*: - 1 Punkt

 

Weitere Komponenten und gewünschte Extras bei Ausstattung

  • Hydraulikbremsen*: 2 Punkte
  • stabiler Ständer*: 1 Punkt 
  • Schraubgriffe*: 1 Punkt
  • eng anliegende Zugverlegung*: 1 Punkt
  • Extra-Minuspunkt: -1 Abzug
  • Extra-Pluspunkt: 1 Punkt

(* = relevante Bewertung für Sonderpunkt für Sicherheit)

Sonderpunkt für Sicherheit (Fahrrad erfüllt die Kriterien mit *): 1 Punkt

Maximale Gesamtsumme (ohne Abzüge): 40 Punkte

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https://bw.adfc.de/artikel/fahrraeder-bewerten-4

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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