ADFC Fahrradklima-Test: Ergebnisse in Baden-Württemberg

 

Die Ergebnisse des bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Tests 2022 zeigen, dass es bei der Fahrradfreundlichkeit in Baden-Württemberg nur im Schneckentempo vorangeht.

 

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zum Radfahrklima weltweit und fand 2022 zum zehnten Mal statt. 30.000 Menschen haben 2022 in Baden-Württemberg an der Befragung teilgenommen. Die Umfrage zum Verkehrsklima beim Radfahren zeigt, wie es um die Wahrnehmung der Fahrradfreundlichkeit in 189 Städten und Gemeinden Baden-Württembergs bestellt ist. Die hohe Beteiligung macht deutlich, wie wichtig es den Menschen ist, Politik und Verwaltung eine Rückmeldung zum Radverkehr in ihrer Kommune zu geben. Mehr Fahrradfreundlichkeit als Grundlage für die angestrebte Verdoppelung der Radverkehrszahlen liegen nach Meinung der Radfahrenden aber noch in weiter Ferne.

Immerhin liegen vier der 18 bundesweiten Spitzenreiter-Städte in Baden-Württemberg. Zudem schneidet kein anderes Flächenland in den Kategorien „Medienberichte“ und „Fahrradförderung in jüngster Zeit“ besser ab als Baden-Württemberg. Auch die Durchschnittsnote der baden-württembergischen Kommunen ist wie bereits 2020 minimal besser als der Bundesdurchschnitt.

Doch Grund zum Jubeln ist dies nicht: Eine Durchschnittsnote von 3,9 über alle Kommunen und Kategorien zeigt die nur ausreichende Fahrradfreundlichkeit im Südwesten. 151 der 189 bewerteten Kommunen haben in mindestens zwei der 27 Kriterien die Note 5 oder schlechter erhalten und wären damit in der Schule versetzungsgefährdet. So wird trotz umfangreicher Radverkehrsförderung im vergangenen Jahrzehnt leider in zu vielen Bereichen rund um den Radverkehr ein Stillstand wahrgenommen.

Gute Werbung, schlechte Wege

Die Befragten des ADFC-Fahrradklima-Tests attestieren vielen Städten des Landes eine bessere Berichterstattung zum Radverkehr und nehmen eine verstärkte Fahrradförderung in jüngster Zeit wahr. Allerdings gelingt es in der Fläche kaum, Maßnahmen auf dem Asphalt zu bringen. So wird trotz umfangreicher Radverkehrsförderung im vergangenen Jahrzehnt in zu vielen Bereichen rund um den Radverkehr Stillstand wahrgenommen.

Fortschritte in Freiburg und Tübingen

Dass Verbesserungsmaßnahmen an der Infrastruktur und für die Sicherheit Wirkung zeigen und von den Radfahrenden honoriert werden, zeigen die Testergebnisse aus Freiburg und Tübingen. Freiburg geht in den letzten Jahren konsequenter gegen Falschparkende vor und verzeichnet damit im Gegensatz zu allen anderen Kommunen im Bereich „Falschparkerkontrollen“ eine deutliche Notenverbesserung (2020: 4,4; 2022: 3,9). Tübingen schafft es als einzige Kommune, bei der Breite der Wege eine deutliche Verbesserung zu erzielen (2020: 4,4; 2022: 4,0). Leuchtturmmaßnahmen wie das „Blaue Band“ und eine neue Neckarquerung tragen zu dieser Bewertung bei.

Baden-württembergische Städte in der Spitzengruppe

Unter den bundesweit 18 Spitzenreitern (6 Größenklassen) liegen vier Kommunen in Baden-Württemberg. Karlsruhe (mittlere Note = 3,1), Freiburg i.Br. (3,1), Tübingen (3,1) und Rutesheim (2,5). Anders als 2020 schafften es Heidelberg (3,6) und Konstanz (3,3) nicht mehr auf einen Spitzenplatz.

Karlsruhe kann die Auszeichnung als fahrradfreundlichste Großstadt Deutschlands (über 100.000 Einwohner*innen) 2022 nicht verteidigen. Im Gegensatz zu Münster, das sich verbessern konnte, konnte die badische Großstadt ihre trotz allem nur befriedigende Bewertung nur halten.

Rekord: Über 30.000 Teilnahmen, 189 Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2022 zum zehnten Mal statt.

Rund 245.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang bundesweit abgestimmt, davon nur 16 Prozent ADFC-Mitglieder. In Baden-Württemberg haben über 30.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen. So kamen 189 Städte in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Damit leben 6,7 Mio. Baden-Württemberger*innen in einer Kommune, die es in die Auswertung geschafft hat. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen.

Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.

 

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https://bw.adfc.de/artikel/artikel/adfc-fahrradklimatest-2022

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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