RadNETZ © ADFC Baden-Württemberg / Benedikt Glitz

RadNETZ Baden-Württemberg

 

Das RadNETZ Baden-Württemberg ist ein überregionales Hauptradroutennetz. Es verbindet für Radfahrende nicht nur die großen Siedlungen, sondern ist auch Vorbild für die nachgeordneten Radverkehrsnetze.

 

Bereits 2009 hat der ADFC einen ersten Vorschlag für ein Landesradverkehrsnetz an die damalige schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Oettinger übergeben.

2016 hat das Kabinett die Umsetzung des RadNETZ verabschiedet. Ziel des vom Ministerium für Verkehr (VM) vorgelegten Konzepts ist ein flächendeckendes, durchgängiges Netz alltagstauglicher Fahrradverbindungen zwischen Mittel- und Oberzentren, entlang der wichtigsten Siedlungsachsen im Land.

Aktuelle Situation

Das RadNETZ hat derzeit (Stand August 2021) eine Länge von rund 7.000 Kilometern, etwa 700 Kommunen sind angeschlossen. Auch die aktuell 21 Landesradfernwege gehören zum RadNETZ.

Die Strecken wurden in intensiver Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden festgelegt. Dabei wurden die Bedürfnisse der Alltagsradler*innen besonders berücksichtigt und auf eine sichere Wegführung geachtet.

Die Erstbeschilderung des RadNETZ ist abgeschlossen, die Verantwortung für die Pflege der Wegweisung liegt beim Land. Die Diskussion zwischen Land, Landkreisen und Kommunen über den Verlauf der Strecken und die geforderten Qualitätsstandards war eine konstruktive Fortbildung für alle Beteiligten.

Auch wenn die Qualitätsansprüche aus Sicht des ADFC höher sein sollten, ist die Festlegung eines flächendeckenden Standards als Erfolg zu werten. Außerdem werden den Landkreisen regelmäßig Listen mit Mängeln in ihrem Zuständigkeitsbereich, aber auch Verbesserungsvorschläge vorgelegt.

Künftiger Zustand

Für die qualitative Entwicklung des RadNETZ wurde ein Startnetzstandard (sichere Strecken, aber noch nicht komfortabel) und ein Zielnetzstandard festgelegt. Der Plan war, dass bis zum Jahr 2020 alle Strecken zumindest den Startnetzstandard erreicht haben und 40 Prozent der Strecken den Zielnetzstandard. Auch die Wegweisung sollte bis zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt sein. Im Jahr 2025 sollen dann 75 Prozent der Strecken den Zielstandard erreicht haben.

Diese Ziele sind einerseits sehr ambitioniert, weil es noch ungezählte Mängel zu beheben gibt. In 80 Prozent der Fälle sind jedoch Städte und Gemeinden als sogenannter Baulastträger für erforderliche Baumaßnahmen zuständig. Diese haben sich aber häufig gar nicht das Ziel gesetzt, überregionale Routen zu verbessern.

Die Ziele des Landes sind andererseits nicht ambitioniert genug, denn der Zielstandard lässt beispielsweise Mittelpfosten und Drängelgitter weiterhin zu. Auch ist die Anordnung von Schrittgeschwindigkeit nicht untersagt und fehlende Umleitungen bei Sperrungen wegen Baustellen oder Veranstaltungen werden nicht sanktioniert.

Was fordert der ADFC?

Aus ADFC-Sicht muss das RadNETZ deutlich verdichtet werden. Nur 700 der 1.100 Kommunen im Land anzuschließen, ist nicht genug. Außerdem müssen die Entscheider*innen bei den Baulastträgern motiviert werden, Maßnahmen zur Verbesserung des Netzes tatsächlich durchzuführen.

Aktuell stehen reichlich Finanzmittel zur Verfügung, oft fehlt es am politischen Willen, Flächen umzunutzen, Querungen zu sichern oder Ampeln neu zu programmieren.

Um das RadNETZ wirklich zu einem Erfolg zu machen, müssen die Qualitätsstandards kontinuierlich erhöht werden. Auf Alltagsstrecken müssen Radfahrer*innen sicher und zügig vorankommen können. Dafür sind Gefahrenstellen zu entschärfen, Umwege und Hindernisse zu beseitigen. Bei touristischen Strecken muss jederzeit und überall die sichere Befahrbarkeit mit Kindern und mit Anhängern gewährleistet sein. Mischverkehr mit KFZ von mehr als 30 km/h darf auf touristischen Routen auch nicht abschnittsweise möglich sein.

Übergabe 2009 © ADFC Baden-Württemberg / Erich Kimmich

Zur Geschichte des Landesnetzes:

Der ADFC Baden-Württemberg hat schon in den Jahren 2003 bis 2008 mit Frank Zühlke vom ADFC Stuttgart einen ersten Entwurf für ein Landesradverkehrsnetz erarbeitet. In dem Konzept wurden die Ober- und Mittelzentren mit Radrouten verbunden und die wesentlichen Lücken und Mängel ausführlich beschrieben.  Der umfangreiche Ordner mit den Unterlagen übergab der damalige Landesvorsitzende Thomas Baur im März 2009 auf der ADFC Landesversammlung in Sigmaringen dem damaligen Staatssekretär im Verkehrsministerium Rudolf Köberle.

 

alle Themen anzeigen

Werde ADFC-Mitglied!

Unterstütze den ADFC und die Rad-Lobby, werde Mitglied und nutze exklusive Vorteile!

  • exklusive deutschlandweite Pannenhilfe
  • exklusives Mitgliedermagazin als E-Paper
  • Rechtsschutz und Haftpflichtversicherung
  • Beratung zu rechtlichen Fragen
  • Vorteile bei vielen Kooperationspartnern
  • und vieles mehr

Dein Mitgliedsbeitrag macht den ADFC stark!

 

Zum Beitrittsformular

Verwandte Themen

Geschützte Kreisverkehre nach niederländischem Vorbild

Geschützte Kreisverkehre sind auf der Grundlage des Straßenverkehrsrechts oder des Straßenrechts hierzulande umsetzbar.

-

Eine Erfolgsgeschichte in Baden-Württemberg: Fahrrad-Service-Säulen

Der ADFC arbeitet an einem flächendeckenden Netz mit Radservice-Stationen in den Landkreisen Göppingen und Rems-Murr.

Pannenselbsthilfe durch Fahrrad-Service-Säulen

Der ADFC Rems-Murr hat 2020 mit Unterstützung des Landratsamtes und der beteiligten Kommunen ein flächendeckendes…

Neue StVO bekannt machen und durchsetzen

Wer sich im Straßenverkehr sicher fühlt, nutzt eher das Rad. Und wer die Regeln kennt, fühlt sich sicherer. Der ADFC…

Kidical Mass - Fahrraddemo für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie

Bei der Kidical Mass erobern kleine und große Radfahrende mit bunten Fahrraddemos die Straßen in ganz Deutschland. Sie…

Aufpflasterungen nach niederländischem Vorbild

Die erhöhte Kreuzung verlangsamt das Abbiegen und verbessert die Sichtbarkeit von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen.…

Vision Zero – denn Menschenleben sind nicht verhandelbar!

Jedes Leben zählt – auch im Straßenverkehr!

Mit der Vision Zero werden NULL Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr…

Neckartal-Radweg, zwei Radfahrer auf dem Weg zur Burg Hornberg in den Weinbergen mit Blick ins Neckartal

Radverkehrsanalyse als Tool für Touristiker

Radverkehrsanalyse Baden-Württemberg Pilotprojekt Neckartal-Radweg

-

radspaß – sicher e-biken

Im Rahmen des Projekts "radspaß – sicher e-biken" bieten der ADFC Baden-Württemberg und der Württembergische…

https://bw.adfc.de/artikel/radnetz-baden-wuerttemberg

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt